AG 60 plus „On Tour“

23. August 2018 | AG 60 plus

AG 60 plus Oberberg "On Tour" | Bild: Udo Kolpe

Da die Vorjahrestour durch „Das braune Oberberg“ viel Anklang gefunden hatte, gab es nun am 22. August eine Anschlussveranstaltung. Der SPD-Kreisverband hatte einen Bus zur Verfügung gestellt, um auf der Fahrt Kontakt untereinander zu haben und um allgemeine Informationen mitteilen zu können. Start und Ziel war das Gelände am Oberwiehler Bahnhof. 

Diesmal war die Thematik mehrschichtig. Die nationalsozialistische Zeit wurde auch unter den Gesichtspunkten betrachtet, was an Kriegsereignissen und Kriegsfolgen in Oberberg zu verzeichnen war. Und die Schicksale der jüdischen Menschen in Nümbrecht und Waldbröl wurden ausgiebig dargestellt. Schließlich fuhr man durch das Waldbröler Bröltal, um den Größenwahn von Reichsorganisationsleiter Robert Ley quasi körperlich zu erleben, der Waldbröl zur Agrarhauptstadt  Deutschlands machen wollte und von Ziegenhardt bis Brenzingen ein Traktorenwerk mit einem von Ferdinand Porsche entworfenen Traktor vorsah. Den Abschluß bildete eine Vorbeifahrt an den Bauresten der geplanten Adolf-Hitler-Schule zwischen Waldbröl und Wilhelmsthal, wo das Andienungsgebäude, das nach Fertigstellung der Schule abgerissen werden sollte, stehen blieb, es beim Schulbau aber nach dem Untergang des Hitlerreiches bei Grundmauerfragmenten blieb.

Als Beispiele für Kriegsereignisse und Kriegsfolgen wurden 14 Kriegsopfer bei 140 Einwohnern in der Ortschaft Dreisbach genannt, zwei Todesfälle durch Bombenfall in Oberwiehl am 19. März 1945, die Geiselerschießung von 10 russischen Zwangsarbeitern am 9. April 1945 in Lindlar und der sinnlose Abwehrkampf von Hitlerjungen in Drabenderhöhe. An der Wiehler Tropfsteinhöhle erfuhren die Teilnehmer, dass hierhin und nach Hübender am Ende des Krieges der Gauleiter des Gaues Köln-Aachen, Josef Grohe, aus Köln geflüchtet war. Schließlich wurde an das Unglück in der nahen Ortschaft Abbenroth erinnnert, wo Ende der fünfziger Jahre nichtsahnende spielende Kinder eine Detonation von vergrabenen Minen auslösten. Zwei Kinder wurden getötet, eins mit bleibenden Schäden schwer verletzt.

Beitrag von Wilfried Hahn | Bilder von Udo Kolpe

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