Politik- nur was für Erwachsene?

9. Juli 2019 | Kreisverband, Landes- und Bundespolitik

„Die junge Generation, die interessiert sich nicht für Politik, ja, es herrscht schon fast eine Politikverdrossenheit. Solche Sätze hört man immer wieder, vor allem von älteren Generationen, und das obwohl die Jugend des 21. Jahrhunderts mit Aktionen wie Fridays for Future mehr als einmal das Gegenteil bewiesen hat. Und gerade wegen solcher Aussagen fühlen sich viele Jugendliche nicht von der Politik ernstgenommen“, meint Alina Burba.

„Der Jugendlandtag versucht aber genau das: junge Menschen in die Politik einzubinden und ihnen die Möglichkeit zu geben einmal selbst in diese einzutauchen.“

Auch dieses Jahr versuchten sich 199 junge Menschen im Alter von 16-20 Jahren drei Tage lang als Abgeordnete im Landtag von NRW – darunter Alina Burba aus Nümbecht und Rosanna Düring aus Radevormwald. Sie vertraten die SPD-Landtagsabgeordneten Frank Müller und Sven Wolf.

„Wie schwer es ist, einen Antrag durchzubringen, habe ich gerade beim Jugendlandtag erlebt. Wir hatten wirklich gute Argumente für unseren Eilantrag ‚Demonstrationsrecht während der Schulzeit‘ und haben auch engagiert dafür gekämpft. In unserer Fraktion haben wir dafür auch eine Mehrheit gefunden. Leider hat es dann am Ende aber im Plenum nicht gereicht,“ berichtet Rosanna.

Der Eilantrag des 10. Jugend-Landtags, vorgelegt von der SPD-Fraktion wurde bei der Plenarsitzung von den Fraktionen CDU, FDP und AfD abgelehnt, die Grünen enthielten sich.

„Es waren drei Tage voller Hochs und Tiefs, voller hitziger Debatten und stressiger Termine, aber schlussendlich war es eine einmalige Erfahrung die ich jedem ans Herz legen kann“, fasst Alina zusammen. „Es war unglaublich interessant einmal hinter die Kulissen zu schauen und zu merken, dass Politiker es eben doch nicht immer so einfach haben, wie man vielleicht denkt.“

„Die Menschen waren total offen und das Programm war sehr spannend. Es war aber auch anstrengend, weil wir einen ziemlich strikten Zeitplan hatten. Aber mir hat es sehr viel Spaß gemacht,“ ergänzt Rosanna.

Die  jugendlichen Abgeordneten haben am Wochenende zwei Beschlüsse gefasst: „Einführung einer allgemeinen Impfpflicht als Voraussetzung für einen Kita-Platz“ und „ÖPNV attraktiver machen“. Insgesamt legten die Abgeordneten eine beeindruckende Arbeits-Bilanz vor.  Alleine neun Änderungsanträge mussten noch gedruckt, verteilt, gelesen und diskutiert werden.

„Dass Demokratie doch nicht immer so ganz einfach ist haben wir schnell gemerkt. Demokratisch Lösungen zu finden für Uneinigkeiten, auch innerhalb in einer Fraktion, stellte uns Jugendliche vor eine schwierigere Aufgabe als gedacht. Aber gerade das hat uns enger zusammengeschweißt und unser Verständnis für politische Entscheidungen sensibilisiert“, so Alina.

Trotzdem blieb noch genug Zeit für den Austausch mit den gewählten Abgeordneten am traditionellen Parlamentarischen Abend, für Tischkicker, Tischtennis, Fußball und viele Gespräche.

„Wir werden uns jetzt mit den Beschlüssen des Jugendlandtags im Fachausschuss weiter befassen“, erklärten die Abgeordneten Wolf und Müller, die nun wieder „im Amt“ sind und diese Woche selbst an drei Plenartagen Sitzung haben. „Wir freuen uns, dass wir auf dem Parlamentarischen Abend sehen konnten, dass es an diskussionsfreudigen und engagierten Nachwuchspolitikerinnen und -politikern nicht mangelt. Alina und Rosanna jedenfalls haben uns bestätigt, dass Politik spannend ist und auch Spaß machen kann.“

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